Die Spreehöfe | Die Geschichte der Spreehöfe

Die Geschichte der Spreehöfe

Die Lampenfabrik Frister war eines der ersten Unternehmen der Elektrobranche, welches sich nach Errichtung der Kraftzentrale Oberspree um 1897 in Oberschöneweide ansiedelte. Besondere Beachtung verdient der im Ersten Weltkrieg errichtete Kopfbau an der Spree, der in den Formen der beginnenden Moderne gehalten ist.

  

um 1890
Robert Frister beginnt seine Karriere als kleiner Hersteller von Luxuslampen mit Produktionsstätten in der damaligen Prinzessinnenstrasse in Berlin-Kreuzberg. Die Expansion des Produktionsvolumens und die bald darauf eintretende räumliche Enge erzwingt den Umzug.

1896
Der Kaufmann Adolph Heegewaldt erwirbt in Oberschöneweide ca. 7.500 m2 Wiese und Ackerland, auf dem Grundstück Wilhelminenhofstraße / Ecke Halskestrasse (heute Edisonstrasse) werden die neuen Produktionsstätten durch die Firma R. Guthmann Nachfolger errichtet, verantwortlicher Baumeister ist J. Schultz.

1897
Produktionsbeginn auf einer Fläche von 4.000qm in Oberschöneweide, Eigentümer sind Adolph Heegewaldt und Otto Engel.

1900
Erweiterung des Gebäudes an der Edisonstrasse zur Wilhelminenhofstraße hin, der Erweiterungsbau ist allerdings niedriger als die bestehenden Gebäude, zeitgleich erfolgt der Bau von Maschinen- und Kesselhaus, Stall- und Remisengebäude.

1911
Anbau eines Fachwerkschuppens entlang der Edisonstrasse in Richtung Spreeufer.

1911-1913
Erweiterungsbau an der Wilhelminenhofstraße und Aufstockung (Angleichung der Gebäudehöhe) des Bauteils von 1900 an der Edisonstrasse.

1916
Abriss des 1911 erbauten Fachwerkschuppens, an seiner Stelle, d.h. entlang der Edisonstrasse und im rechten Winkel dazu, d.h. parallel zum Spreeufer erfolgte die Errichtung des sogenannten Spreefügels im Stil der Beginnenden Moderne.

1920
Mit 900 Beschäftigten ist Frister die größte Beleuchtungskörperfabrik in Europa, die tägliche Produktion liegt bei ca. 1.500 Beleuchtungskörpern, die Erzeugnisse reichten von einfachen Lampen bis zum Sonderbau von Kronleuchtern.

1933
Konkurs der Firma Frister im November, verursacht durch Konkurrenzdruck und Weltwirtschaftskrise bzw. kaufmännische Fehlentscheidungen.

1934
Die Firma Proterna GmbH, eine Fabrik für Wärmegeräte zog ein, zu diesem Betrieb gehörte auch ein Emaillierwerk.

1937
Übernahme der Gebäude durch die Firma Metallverarbeitung Schöneweide, Paul Weiske kaufte den Teil zur Wilhelminenhofstraße hin.

ab 1941
Die Gesellschaft für Luftfahrtbedarf mbH nutzte im 2.Weltkrieg den Spreeflügel für die Produktion in Zusammenhang mit dem Luftfahrtbedarf des 3. Reiches.

1943
Es erfolgt die Unterbringung von Fremdarbeitern in der 4. Etage.

1952
Das VEB RFT Funkwerk Köpenick wird Nutzer und Eigentümer.

1963
Das Institut für Nachrichtentechnik (INT) übernimmt die Gebäude in die Nutzung, sie werden Stammsitz der Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für die Nachrichten und Meßtechnik in der DDR.

60er und 70er Jahre
Dachausbau, in der dadurch entstehenden IV. Etage werden Büros untergebracht.

Wende
Mit der Wende wird das INT aufgelöst. In der Nachwendezeit fand eine Zwischennutzung in Form einer lockeren Anordnung von mehreren kleinen Unternehmen im Gebäudekomplex statt, zum Teil unter Beteiligung ehemaliger Arbeiter bzw. Angestellter.

 

 

Impressum
Konzept und Design: gatso